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Ollanner Radteam e.V. Forum


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Dieses Thema hat 4 Antworten
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Haky Offline




Beiträge: 3.455

19.10.2010 23:20
Hamburg-Berlin Zeitfahren Berichte Thread geschlossen

Hier nun mein Bericht:


Hamburg-Berlin, oder gegen den winde verweht.......

Das Zeitfahren von Hamburg bis Berlin stand ein paar Tage vor Start
Nicht unter einen guten Stern....unser glorreiches Vorjahres Team viel komplett auseinander.
Unser "Navigator" Michael war auf malle, unser "gib nicht auf" Georg war wegen kleinerer Krankheiten für Berlin nicht in form und "das Zugpferd" olli hatte schon vor längerer Zeit die tour absagen müssen. Also mussten wir ein neues Team zusammenstellen.
Torsten (bassoopa) war schon letztes Jahr Feuer und flamme und sagte schon frühzeitig zu. Björn (ollanner Rennziege...Chefe....) war trotz heftigem Leidens aus dem letzten Jahr schon früh der Meinung: "Haky, wir fahren nach Berlin, Berlin Berlin Berlin..."
Und bei mir stand schon im Ziel letztes Jahr fest, dass ich diese Tour mit dem „richtigen“ Team wiederholen würde.

Für Georg konnte Torsten zum Glück Roger anheuern diese tour mit uns zu fahren. Ich hatte Roger beim drei Länder Giro kennen gelernt, und Freude mich über seine zusage.
Doch als dann auch noch Thomas verletzt absagen musste fanden wir leider keinen Ersatzfahrer mehr und mussten somit zu viert starten.

Doch bestimmt nicht ohne Teamfahrzeug. Dieses stand zum Glück nach schneller zusagen von Werner (lüdel) und daggi Ersatz, Bernd (Bernie) fix fest.

Auch das Wetter schien sich, mal wieder für das Zeitfahren, gegen uns verschworen zu haben.
Schien letzten Samstag noch den ganzen Tag bei milden Temperaturen die sonne, sagte der Wetterbericht fürs Zeitfahren einstellige Temperaturen und regen voraus.
Über den Wind, hatte ich mir nie sorgen gemacht.
Zitat von Torsten am Stammtisch "immoment haben wir viel nord-ost Wind, doch pünktlich zum Zeitfahren dreht sich die Windrichtung..." (woher hattest er bloß diese Info??)
Torsten sollte Unrecht haben...........

Noch einige Dinge waren anders als das Jahr zuvor.

Björn bewies sich abermals als guter Organisator, und konnte als Teamfahrzeug einen großen Bus von der Gemeinde zum günstigen Tarif mieten. Außerdem buchte er supie dupie auch das Hotel in Berlin, und klärte die Anmeldedaten mit dem Veranstalter. Danke Chefe......

Die Navigation sollte ich dieses Jahr übernehmen, schließlich war ich ja seid einer Woche stolzer Besitzer eines Fahrradnavis (danke Ralf). Beim Zeitfahren von Hamburg bis Berlin darf man sich die strecke fast komplett selber suchen, man muss nur den Checkpunkt in Dömiz anfahren. Auch ist nur eine Elbquerung erlaubt, die Elbbrücke in Dömiz. Diese muss man von Süd nach nord überqueren.
Bei diesen Einschränkungen könnte man leicht dem Irrtum verfallen zu denken dass es dann wohl nur kleine verschiedene Streckenlängen gibt. Dem ist aber nicht so, im Internet gibt es Strecken mit einer Länge von 269KM-305KM.
Ich habe ziemlich lange gebraucht um aus diesem Strecken eine geeignete raus zu suchen. schließlich muss die Strecke ja komplett aus festen Belägen bestehen.

Einen Abend vorm Start war es dann angerichtet.
Die Strecke stand fest. Die ersten Fahrräder waren im Bus verstaut und Daggi hatte sich mal wieder um einen Großteil der Verpflegung gekümmert. Danke dafür...dein (Kartoffel)-Nudelsalat mit den Hackbälchen ist immer der Oberhammer.

Morgens um 5:30Ur ging es dann pünktlich voll bepackt mit dem Teamfahrzeug Richtung Altengamme.
Im Bus auf der Fahrt herrschte eine geniale Stimmung die von Überschwänglichkeit, Nervosität, Vorfreude bis Angst vor dem Regen gemischt war. Im großen Ganzen war sie schon sehr gut!
Wir waren alle guter Dinge.
Auf der Fahrt verwöhnte uns dann "unser Serviceteam" (Lüdel ist gefahren, Bernie lies uns an nix fehlen) mit heißem Kaffee.
Kurz bevor wir den Startpunkt erreichten fing es leider an leicht zu regnen. Eigentlich wollten wir nie wieder bei Regen solch eine Tour fahren, doch daran konnte sich jetzt keiner mehr erinnern! Zum ersten Mal hörten wir da Torstens drei Lieblingsworte lauthals rausrufen: BERLIN, BERLIN, BERLIN.
Alle anderen ließen nicht lange auf sich warten und unterstützten Torsten spätestens beim dritten lauten BERLIN...

Endlich dort angekommen, wollten wir bevor wir die Bikes startklar machen unsere Anmeldung vervollständigen und das schon im letzten Jahr leckere Frühstück genießen.
Hierbei muss man mal erwähnen, das ich 20Euro Startgebühr schon fast frech finde, den schließlich bekommt man außer einem zugegeben guten Frühstück ,ein paar Getränke und Stullen in Dömiz und eine Miserable Zeitmessung (zumindest im Ziel) nix geboten...Keine teuren Gels oder Riegel....
auch keine Hinweise in Zielnähe oder Pannenservice.
Nix...Denke da muss man sich mal fragen warum den 20Euro Startgeld....

Egal, schon beim Frühstück war das vergessen. Leider wurde uns die zeit ein wenig knapp, und wir konnten das Frühstück nicht mal richtig genießen...schnell ab Bikes fertig machen.

Pünktlich um 7.11Uhr wurden wir dann am Startpunkt aufgerufen, das wir starten können.
Doch leider kamen wir erst ein paar Minuten später los, da Die Startnummer und Startcode mit einem Tacker am Oberrohr befestigt wurde und leider ein Volldepp den Tacker von Startpunkt entwendet hatte. Auch da muss sich der Veranstalter fragen, ob es nicht besser gewesen wäre zwei drei Tacker bereit zu stellen.

Egal, kam uns ja nicht auf jede Minute an.....Also dann los.
Die Strasse war noch nass, aber es regnete nicht mehr als wir los fuhren. Aber Sau kalt. Wir hatten gerade mal 5°. Schnell mussten wir auch feststellen, das der wind leider nicht von hinten drückte, sondern von vorne Bremste.....nix mit Ostwind.
Gegenan.....
Trotzdem liefen die ersten ca. 50KM ziemlich schnell von dannen, der wechsel in der Führung klappte super, und jeder hatte ca. die gleichen KM vorne im Wind.
Stimmung war gut, und jeder hatte sein Rückmuss gefunden.
Auch die Navigation klappte gut.
Dann wurde es ein wenig wellig, und wir liefen Gefahr uns zu verheizen. denn obwohl wir dank der neuen Route den größten "Berg" klug umfahren könnten, hatten wir einige Höhenmeter mehr zurücklegen müssen als letztes Jahr. Doch auch diese "Höhen" gingen vorbei. Mansch einer der sich uns angeschlossen hatte wollte uns erst so gar nicht folgen, weil wir nicht wie die Meisten die einfachste und vom Veranstalter empfohlene strecke fuhren, sondern eine viel Kürzere,
die meist über kleine Feldwege oder Wirtschaftswege führte,
und mit großen Strassen nicht viel gemein hatte.
Doch wir hatten immer festen Untergrund, und konnten die Strecke wunderbar fahren. Leider waren diese Wege oftmals aber mitten in der Pampa, ohne jeden Windschutz, was die Fahrt mit zunehmender Länge immer schwerer werden lies.
Nach knapp 31/2 Stunden erreichen wir dann Dömiz, wo unser Serviceteam schon Sehnsüchtigst auf uns wartete.
Kurz zum Veranstalter, damit die Zeit gescannt wird, und dann ab zu Lüdel und Bernie, um uns mit warmen Tee und Daggis KARTOFFEL-Salat zu stärken.
Die beiden kümmerten sich total gut um uns, sie ließen uns an nix fehlen! Besser hätte es MUTTI auch nicht machen können.
Chefe hatte sich sofort ne Decke umgeworfen, und setzte sich für ein paar Minuten in den schön aufgeheizten Bus.
Mir war komische weise recht Warm, deshalb zog ich die Komplett drchgeschwißte Winterjacke unter meiner Wind und Regenjacke aus.
Schnell merkte ich aber dann, dass es ohne sie ziemlich kühl wurde.
Leider war sie aber mit Schweiß durchtränkt, deshalb ließ ich sie aus.
Ca. 25 Minuten machten wir dort auf dem Parkplatz Pause, bevor wir uns wieder auf die Bikes schwangen, und die nächste Etappe in angriff nahmen!
Der nächste Checkpunkt und Treff mit unserem Teambus sollte nun in ca.90km weit entfernte Ort Legde stattfinden.

Also wieder rauf aufs Rad, und weiter….
Zu diesem Zeitpunkt waren alle noch gut bei sammen, und wir waren guter Dinge das sich der Wind ja auch mal drehen müsste…

Leider war dem nicht so….

Wieder einmal Bogen wir nach kurzer Fahrt irgendwo mitten ins Niemandsland ab, und folgten unserer „kurzen“ Strecke.
Es ging auf kleinen Feldwegen immer weiter gehen Osten.
Mittlerweile waren wir aber nicht mehr zu viert, denn mehrere waren uns gefolgt, und schlossen uns nun an. Nachdem wir eine ganze Zeit viel Führungsarbeit geleistet hatten, gingen zwei von ihnen vorne in den Wind, und wir konnten auch mal ein wenig durchatmen.
Leider hielt einer von ihnen nicht lange durch, und ich übernahm wieder einen Part der Führungsarbeit. Leider bemerkte ich nicht, wie wir das Tempo immer weiter steigerten, so dass wir nun gegen den Wind auch bei fast 30KM/H waren. Ich drehe mich immer weder um, um zu schauen das wir auch immer alle mithaben, doch beim schnellen umschauen könnte ich leider nicht erkennen das es gar nicht mehr meine Leute waren die hinter uns fuhren…
Zu spät hörte ich erst von einigen, das einige Fahrer nicht folge könnten.
Sofort drosselte ich das Tempo, und musste nun auch sehr mit bedauern feststellen das es auch Björn war, der das Tempo nicht mitgehen konnte.
Als Björn dann zu uns aufschloss, mussten wir eine kurze Pause machen.
Nachdem wir nun kurz durchgeatmet haben ging es auch schon weiter. Nun waren wir wider zu viert.
Nach 133KM und 51/2 Stunden erreichten wir dann Wittenberge.
Irgendwie war das wie so ein kleines positives Signal bei mir, so als ob irgendwer zu mir sagte: „Jetzt ist es nicht mehr weit….“.

Leider konnten wir in Wittenberge unserer „kurzen“ Strecke nicht mehr folgen, da eine wichtige Brücke gesperrt war.
Da wir dies aber schon geahnt hatten, hatten wir uns schon mit einem Umweg gerechnet, und haben diesen dann in Kauf genommen.
Björn meinte irgendwann zu mir er habe die gesperrte Brücke gar nicht mitbekommen…
Doch leider ging es dann nach Wittenberge wieder ein wenig Nord-Östlich,
und nicht wie vorgesehen Süd-Östlich. Also wieder genau in den Wind.
Schwere KM standen nun an, und Legde war noch gut 22KM weit entfernt. Immer gegen den Wind…..
Der harte Kampf gegen den Wind hinterließ bei uns allen seine Spuren.
Immer wieder merkte ich wie Torsten mit BERLIN BERLIN schreie die Stimmung heben wollte und ein wenig vom gegen den Wind fahren ablenken wollte…..Mit zunehmender dauer und Anstrengung war sein bemühen immer dankender angenommen worden, und so kam es zu manch sinnlosem Gequatsche zwischen uns vier!
Das lenkte super ab, und die nächsten Kurbelumdrehungen gingen viel leichter mit nem Lachen von den Beinen.
Auch wenn die Gesprächsthemen nicht immer ganz Logisch erschienen….wir hatten unseren Spaß!!!

Björn schien mir auf diesem Teilstück den schlechtesten Eindruck zu machen, und ich sollte auch Recht behalten. „Haky, ruf Lüdel an, der soll uns entgegen kommen“ rief er mir zu.
Nach kurzem Telefonat mit Lüdel besprachen wir einen früheren Treffpunkt. Und strampelten munter unsere KM weiter runter.
Dieses Teilstück war ziemlich hart. Da wir wieder fast nur auf Abwegen fern ab von Hauptstrassen oder Dörfer unterwegs waren. Der Wind kniff mein Gefühl her dort am heftigsten….Mann muss sich das mal vorstellen…Wir hatten schon knapp 160Km fast 6 1/2 Stunden permanent gegen den Wind getreten, und nun nahm dieser auch noch zu! Wie geil waren die kurzen Abschnitte mit dem Wind? Sofort beschleunigten wir auf über 30KM/h, alle hatten ein großes Smile im Gesicht und freuten sich einen Keks. Leider musste ich meist schon nah ein paar Hundert Metern wieder ein Richtungswechsel ansagen, der uns wieder mitten gegen den Wind radeln lief.
„Hakynator, schmeiß dein Navi weg, wir fahren lieber die andere Richtung“ war da noch der freundlichste Hinweis an mich, es solle mal länger MIT dem Wind gefahren werden….doch leider führte die Strecke nun mal so…
Leider konnten wir uns am Treffpunkt den wir telefonisch ausmachten gar nicht reffen, denn wir fuhren ja einen „Schleichweg“, und mussten dann doch noch bis Legde durchhalten, was besonders Björn ein wenig mürrisch werden lies…..Ich belog die drei Jungs hinsichtlich der Km nach Legde ein wenig, ich erzählte ihnen von wenigeren KM als es noch waren, doch es schien alle zu beruhigen….
In Legde angekommen trafen wir Lüdel hinter einem Schuppen in dem ein Feuerwehrfarzeug stand, und eine Steckdose an der wand hing….
„Geil hier gibt es Strom…..schnell mal den Laptop anmachen…“
Leider war bei unserem Teamfahrzeug die komplette Stromversorgung zusammen gebrochen.

Wir griffen zu warmen Tee und zu Schokolade die uns Bernie freundlicherweise sofort bereit legte! Die beiden Servicekräfte taten aber noch viel mehr als uns verpflegen und uns kurz ne warme Decke geben.
Sie Motivierten uns…Den ganzen Aufwand von den beiden….die ganze Zeit mit uns zu fahren im Bus….Nein, ich werde nicht aufgeben, wegen mir nicht, wegen dem Team nicht, und erstrecht nicht wegen Lüdel und Bernie.

Also los, weiter fahren.
Obwohl es mir nicht so lange erschien machten wir doch eine halbe stunde dort Pause….eigentlich viel zu lang, und das merkten wir alle nun auf den nächsten KM. Es dauerte bis wir wieder WARM wurden.
Bis ins 20KM weiter entfernte Kuhlhausen fuhren wir nun zum Glück fast nur durch Waldgebiet, so dass uns der Wind nicht mehr ganz so bremste. Doch wirklich viel besser ging es auch nicht da der Wind nun teilweise fast frontal von vorne kam. Doch ein bisschen besser ging es!
Leider stellte ich nun auch vermehrt bei Roger im Gesichtausdruck fest, dass es ihm schlechter ging als er es vielleicht sagte.
Drum schien es so als wenn eine nie ausgesprochene kleine Absprache zwischen Torsten und mir in Kraft trat. Von nun an übernahmen fast nur noch Torsten und ich die Führungsarbeit im Team. Wie gesagt wir sprachen nicht drüber, doch mir schien es so, als wenn Torsten und ich dort gleich getickt hätten.
Wobei Torsten noch einen besseren Überblick behalten sollte.
Ich weiß nicht genau ob er es gemerkt hat, aber komischerweise immer wenn mir vorne ein wenig die Luft knapper wurde zog er ein Stück mehr nach vorne und entlastete mich somit immer genau im richtigen Augenblick. Er schien es auch zu merken wenn es dann wieder besser ging. GEILES TEAM!!!!! Dachte ich mir im Ziel….
Ob die beiden wirklich so im Arsch waren oder nicht sei mal dahin gestellt, sie hatten bis dato auch viele viele führungs KM in den Beinen.
Und ich fühlte mich vielleicht ein tick fiter…..
Nun kamen wir auf den Streckenabschnitt den Björn und ich nur zu gut in Erinnerung vom letzten Jahr hatten. Ein ganz bescheidener Abschnitt, mit verdammt viel Gegenwind. Es sollte ähnlich wie im letzten Jahr werden. Die Strasse war zwar rechts und links mit Bäumen eingezäunt, doch um uns rum, nur flachen Land…Kein Gebäude, keine Bäume, keine Hügel, nur flaches Land!
Der Wind fegte uns nur so um die Ohren. Ein paar mal entglitt mir „SCHEIßE“ „FUCK“ „LECK MICH“ usw.
Den anderen erging es nicht anders, wir versuchten uns gegenseitig ein wenig anzustacheln…“Jammert nicht ihr alten Leute“ rief ich meinem Teammitgliedern zu, und sie entgegneten mir „Hakygator, du kannst ja nicht mal richtig navigieren, schau mal nur Gegenwind….“
Es funzte und wir erreichten schließlich nach Knapp 200KM Rihnow.
Hier trafen wir uns zur nächsten Pause mit unserem Bus.
Lüdel und Bernie hatten es zum Glück geschafft warmes Wasser aufzutreiben, und so genossen wir frischen Tee, und dazu nochmals den leckeren KARTOFFELsalat von Daggi….
Nun gab Roger auch zu Protokoll das ihm die Beine schmerzten, und er nicht weiß ob er durch kommt….Björn schien es wieder ein bisschen besser zu gehen. Und Torsten und mir ging es zumindest nach Außen hin ganz Gut. Hatte mich also mein Gefühl nicht getäuscht…
Von nun an sollte unser Teamfahrzeug besser in unsere nähe bleiben, falls einer ausfällt….
Also wieder aufs Bike….
Noch nicht mal mehr 80KM rief ich meinen Leidensgenossen zu.
Eigentlich dachte ich das dies eigentlich aufmunternd wirken sollte, doch leider tat es das nicht, im Gegenteil, nun konnte ich eine Zeit lang fast im Minuten takt die rest KM angeben….das ich sie aufgrund der Sperrung und zwei kleinerer Umwege gar nicht wusste behielt ich lieber für mich, ich schätzte einfach….
Die nächsten Km sollten die ruhigsten der ganzen fahrt werden.
Wir alle drehten nur unsere Kurbel so gut und schnell es eben noch ging.
Fast Lautlos schlichen wir über die Strasse. Nur ab und an mal ein bisschen Neckerei gegeneinander störte das summen unserer Laufräder…
Ziemlich kaputt und entkräftet erreichten wir nun unseren letzten zwischenstop. Nach knapp 240KM erreichten wir Berge.
Die Beiden standen mit unserem Bus neben einer alten Garage auf ein etwas abgelegenes Grundstück am rand von dem Ort Berge.
Doch weit gefehlt…Wir aßen gerade lecker die letzten Bananen und Riegel weg, als uns eine Dame nicht ganz nett aufforderte ihr Grundstück bitte zu verlassen, und was wir da überhaupt machen würden?
Lüdels Erklärung fand leider kein Gehör…auch die bitte eben noch zehn Minuten zu stehen und dann los wollte die Dame nicht hören.
Was für ne Spinat WACHTEL…….Hallo?????Sie tat gerade so als sei das Grundstück mit Englischen Rasen besät….
Das war ein Acker, auf dem normalerweise Hunde ihren Scheiß lassen.
Kurzzeitig nach dem wir wieder losgefahren waren überlegten wir kurz ob wir es auch wie diese Hunde machen sollen und genau vor dem alten (wahrscheinlich im Leben noch nie geöffnetes) Garagentor einen DICKEN HAUFEN setzten sollten…..JEDER!!!! Doch Roger war wohl der vernünftigste von uns, und entgegnete mit ein paar Ossi Witzen und überschattete die Situation damit diese nette Dame satirisch Dazustellen.

Nun wurde es auch ganz schnell wieder dunkler…Unser weg führte uns nun abermals durch Feldwege, und Lüdel konnte uns nicht wie gewollt folgen….Dunkelheit brach über uns hinein…
Nun musste ich leider feststellen das es dazu auch noch regnete, nicht viel aber es reichte dafür, das ich das Navi ganz ganz schlecht erkennen konnte. Ich mu0te mich nun ziemlich konzentrieren, damit ich den verlauf des Tracks auf dem Navi erkennen konnte.
Leider befanden wir uns auch wieder mitten im Wald.
Mir bekam es zeitweise ziemlich mit der Angst,
die Strasse war nicht besonders Breit, und unsere Sicht war ziemlich schlecht. Die Autos die uns überholten rauschten ziemlich heftig schnell an uns vorbei….Sobald es ging benutzten wir lieber die Rad-Gehwege. Auch wenn diese voller Laub waren, und ich mit entziffern des Navis
schon genug Ablenkung hatte….Ziemlich haarig….Zum Glück hatten wir ja alle gute Beleuchtung dabei, und ich konnte gut vorne sehen.
Doch mulmig war mir allemal dabei….
Zum Glück lies der Wind nun etwas nach und wir konnten wieder schneller fahren. Die KM schrumpften nur so vor sich hin….
Nun hörte man auch wieder mehr BERLIN BERLIN BERLIN schreie von hinten. Auch ich fing an irgendwelche Leute einfach lauthals ein Hallo an den Kopf zu brüllen, wenn sie sich gerade in einem Ort neben uns befanden.
Falkensee!! Nun ist es nicht mehr weit, man kann die Berlinerluft schon riechen…Nun wurde ich wieder öfter gefragt wie lange es noch sei…
Die antwort wusste ich immer noch nicht so genau, doch einfach irgendwelche Zahlen raushauen tat es dann auch! SPANDAU!!!
Wir waren in Berlin.

Dann in Spandau eine kleine Meinungsverschiedenheit zwischen HakyGator und dem Team! Das Team war der Meinung wir sollten an der L20 lieber geradeaus fahren, mein Navi meinte rechts abbiegen…
Jetzt im nachhinein hatten beide recht, doch das konnte ich erst jetzt sehen da ich die Karte ausgewertet habe….Egal, wir entschieden uns für Geradeaus…..Ich schaltete mein Navi von Track folgen auf NAVIGIEREN……Ok, dachte ich mir als uns das Navi auf immer kleinere Strassen lockte, und schließlich Parkplatzähnliche zustände herrschten….schließlich zeigte mein Navi eine kleine mit einem Fallbaum verriegelte Strasse an. Nach kurzen mucken im Team und ein lautes „Das Navi hat immer recht“ fuhren wir dort rein…..Doch leider hatten wir keine Strasse unter unseren Rädern sondern SAND…und außerdem ging es steil Berg auf! Basso folgte meinen Anweisungen und fuhr hoch…Doch da wurde nun auch mir bewusst, das ich mich gerade hemmungslos Blamiert habe….wir fuhren den Berg wieder hinunter zur festen Strasse, und folgten ihr einfach. Irgendwann orientierte sich mein Navi um, und zeigte uns nun den richtigen weg ins Ziel!!!
Ich glaube einfachmal dass die Einstellungen im Navi nicht stimmten oder der Haken bei FESTEN STRASSEN nicht gesetzt war!
Nach einem letzten Telefonat mit Lüdel kamen wir endlich am Ziel an…
Boar waren wir alle happy!!!!!!!!!!!! Das war eine Tortur….
Anstrengender als letztes Jahr, obwohl wir kaum regen hatten. Doch der Wind….das Himmlische Kind hat uns fast das Rückrad gebrochen….

Die beiden Biere, die wir im Teambus zum Hotel tranken waren die besten Pils die ich seid Ewigkeit getrunken habe!!!!!!!!!!!!!!!!
Nach einer guten Dusche folgte ein Abend mit UNSEREM Team, den ich so schnell auch nicht vergessen werde, und der mir das Gefühl gegebenhat das es sich nicht nur Sportlich sondern auch Menschlich sehr gelohnt hat diese Tour zu unternehmen! Danke An alle die diese Tour mit mir gefahren sind, geplant haben, im Hintergrund Strippen gezogen haben und zu guter letzt an meiner Familie…
Hier nun noch die Obligatorischen Daten:
Wasserverbrauch: zig Liter
Corny Riegel: 8Stück
NUDELSALAT: Eine riesen Portion
Hackbällchen: gefühlte 500Stück (Lecker)
GESAMT gefahrene KM: 276,27
Durchschnittsgeschwindigkeit: 26,2KM/H
Pedalumdrehungen: 49218!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
Herzschläge: 109500!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
Totale Lacher aufn Bike: unzählig!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
Mit so einem Team würde ich so einen Trip jeder Zeit wieder machen!!!!!!!
DANKE
Hier die gefahrene Strecke:
http://www.gpsies.com/map.do?fileId=yjmogouktvmulsoe

...100% Ollanner...

bassoopa Offline




Beiträge: 1.507

20.10.2010 14:28
#2 RE: Hamburg-Berlin Zeitfahren Berichte Thread geschlossen

Moin, ich spare mir meinen Bericht. Es gibt nichts hinzuzufügen.

Haky Offline




Beiträge: 3.455

20.10.2010 15:03
#3 RE: Hamburg-Berlin Zeitfahren Berichte Thread geschlossen

@basso, aber noch nicht auf die Homepage stellen, habe hier versehentlich die roh Fassung eingefügt....fertige schicke ich dir....

...100% Ollanner...

Georg Offline




Beiträge: 922

21.10.2010 20:28
#4 RE: Hamburg-Berlin Zeitfahren Berichte Thread geschlossen

Haky, was für ein toller Erlebnisbericht! In Kombination mit den Bildern konnte ich förmlich jeden Meter mitspüren...natürlich auch, weil ich es ja aus dem letzten Jahr noch kenne....

Irgendwie bereue ich es jetzt doch, nicht gestartet zu sein. Aber vielleicht nächstens Jahr? Wer weis....vielleicht ja auch eine selbstorganisierte andere Langstrecke, bei besserem Klima, wie das irgendwer (Björn?) schon angeregt hatte?

Übrigens kann ich mich gar nicht erinnern, letztes Jahr "gib nicht auf" zu irgendwem gesagt zu haben (ausser zu mir selbst, innerlich!). Ausschmückung oder Gedächtnislücke?

Tolle Leistung Jungs! Das ist (meinem Empfinden nach) wirklich ein "Rennen", wo die Zeit ziemlich unwichtig wird, es zählt nur noch das Durchhalten, das nicht-Aufgeben, das langersehnte Ankommen. Oder?

Es ist mir eine Ehre, mit solchen Männern fahren zu dürfen.

Georg

bassoopa Offline




Beiträge: 1.507

22.10.2010 12:22
#5 RE: Hamburg-Berlin Zeitfahren Berichte Thread geschlossen

Bericht auf der Webseite ist veröffentlicht!

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www.ollanner-radteam.de
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